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Saina Bayatpour: Kasia Lenhardt tief verletzt + wollte reden

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Foto: Instagram / Kasia Lenhardt, Saina Bayatpour, Jerome Boateng

Kasia Lenhardt wollte angeblich bei Saina Bayatpour, der Gründerin und Chefin von „Business Women’s Society“ auspacken. Auf Instagram berichtete Saina über ihr Telefonat mit Kasia, kurz vor deren Tod. Herausgekommen ist ein packender Appell, den „Promis und mehr“ hier in voller Länge veröffentlicht:

Saina Bayatpour: Kasia Lenhardt wollte sich mit Anwalt beraten

Ihr Lieben, da die Anfragen nicht aufhören und ihr unfassbar viele Fragen zu meinem Telefonat mit ihr habt, nehme ich jetzt doch mal kurz Stellung dazu.

Ich kann euch leider nicht viele Antworten liefern, ich bin überzeugt davon, ihr hofft, es wäre anders, aber bis letzte Woche kannte ich Kasia nicht. Unser Telefonat kam so zustande, dass ihr eine Mitarbeiterin von mir geschrieben hat, sie so auf die „Business Women’s Society“, mein Frauennetzwerk, aufmerksam wurde, auf unsere Homepage gegangen ist und dort mein Video gesehen hat.

Ich habe vor zwei oder drei Wochen ein Video aufgenommen, indem ich mich dazu äußere, warum ich jahrelang nicht das Gesicht meines Frauennetzwerks sein wollte. Das hat damit zu tun, dass ich in jungen Jahren sehr erfolgreich wurde und je erfolgreicher ich wurde, desto mehr begegnete ich Neid, Missgunst und auch Stutenbissigkeit. Und in diesem Video habe ich letztendlich aufgerufen: Steh‘ auf und leuchte und trete aus deiner Komfortzone heraus.

Und habe auch gesagt, wenn ich das von anderen fordere, dann muss ich den ersten Schritt tun und mich dagegen wehren, wenn andere ihre Meinung äußern, wenn andere blöde Sachen sagen und nicht mehr mein Licht runterdrehen, weil es vielleicht manch‘ andere blendet.

Von diesem Video hat sie sich wohl sehr angesprochen gefühlt und so entstand unser Telefonat, indem sie sich mir geöffnet hat, aber viel mehr in dem Bereich, dass sie so verletzt ist, dass sie gerade so wahnsinnig von außen angefeindet wird. Zu ihrer Beziehung wollte sie mir nichts sagen, denn da wollte sie erst mit ihrem Anwalt klären, was sie erzählen darf und was sie nicht erzählen darf.

Und wir hatten uns für diese Woche zu einem Interview verabredet, weil ich ihr gerne die Bühne geben wollte, ihre Version des Ganzen zu erzählen. Darum hatte sie mich gebeten und das wollte ich sehr sehr gerne tun.

Sie wollte es nicht bei den Medien machen, sie hatte wahnsinnig viele Angebote für viel Geld, hat sie gesagt, aber sie hat sich in dem Rahmen des Frauennetzwerkes geschützter gefühlt und wollte auch hauptsächlich als Vorbild dienen, anderen Frauen dadurch Mut machen, sich von nichts und niemanden auf der Welt einschüchtern zu lassen.

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Foto: Instagram / Kasia Lenhardt

Saina hat bewundert, dass Kasia Lenhardt als Vorbild dienen wollte

Und das habe ich wahnsinnig bewundert, weil das für mich eine sehr mutige junge Frau war, die wirklich gesagt hat: Nein, ich will meine Wahrheit erzählen und ich will damit rausgehen.

Zu diesem Interview kam es bekanntlich nicht, was mich auch wirklich schockiert hat und ich möchte das als Appell nutzen, damit wir vielleicht ein für allemal etwas hier in unseren Köpfen verändern und damit spreche ich auch gezielt meine eigene Spezies an, nämlich Frauen.

Wir sind so unfassbar schnell darin über andere zu urteilen, zu richten und sie an den Pranger zu stellen, was auch mit Kasia geschehen ist. Als Familientrennerin und H*re und Schl*mpe, als was sie nicht alles bezeichnet wurde. Ich finde es immer wieder erstaunlich, welches Recht wir uns rausnehmen, über andere zu urteilen, ohne auch nur ansatzweise die Menschen zu kennen oder die Hintergründe, wir werten sofort.

Ja, Männer tun das auch, aber glaubt mir, ich befasse mich seit über acht Jahren mit uns Frauen durch mein Netzwerk, wir Frauen tun das viel, viel schlimmer mit aller Härte, die ich auch nicht nachvollziehen kann. Das fängt bei Kleinigkeiten an: Die Ex-Freundin unseres Freundes ist sofort eine Schl*mpe, die Zukünftige, selbst wenn wir uns nicht wegen ihr getrennt haben, wird sofort auch betitelt.

Wir sind ganz oft dabei in Frauengruppen über andere herzuziehen: Guck sie doch mal an mit ihren aufgespritzten Lippen und guckt die doch an, wie dürr sie ist und guck dir doch an, wie fett sie ist und guckt die doch an, die hat Cellulite.

Wir sind ganz schnell darin und auf der anderen Seite beklagen wir uns über fehlende Emanzipation und sagen, wir brauchen die Frauenquote. Ja, all das stimmt, aber wie wäre es denn, wenn wir mal bei uns selbst anfangen, wenn wir aufhören, uns an den Pranger zu stellen, wenn wir aufhören zu werten, wenn wir aufhören, andere klein zu machen, denn, glaubt mir, dadurch werden wir kein bisschen größer, das zeigt einfach nur, wie charakterlos wir sind.

Wenn wir Frauen uns endlich mal solidarisieren würden und einander stützen würden und nicht sofort mit dem Finger drauf zeigen, du blöde Kuh, du Schl*mpe, ich nehme die Worte, die wir leider auch im Alltag gebrauchen, dann würde sich vielleicht was verändern.

Und ich nehme mich da nicht aus, ich bin oft selber auch dabei jemanden ganz schnell in die Schublade zu stecken, aber mir fällt es inzwischen wenigstens auf, weil ich sage, warte mal, du kennst ihre Geschichte dahinter nicht, du weißt nicht, warum sie so gehandelt hat, du weißt nicht, was sie dazu bewegt hat. Du kennst vor allem ihre Vergangenheit nicht, du kennst diesen Menschen nicht, also hör‘ auf über ihn zu urteilen.

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Fotos: Instagram / Kasia Lenhardt, Jerome Boateng

Saina Bayatpour: Nicht in zwei Wochen so weitermachen wie vor Kasias Tod

Aktuell posten auch ganz viele wieder „Cybermobbing muss aufhören“ und viele Prominente nehmen auch dazu Stellung, viele Influencer, was ich toll finde, aber wisst ihr, die traurige Wahrheit ist, in spätestens ein oder zwei Wochen ist es wieder vergessen und wir machen genauso munter weiter wie vorher und werden wieder in Zeitschriften Frauen zeigen, die irgendwelche Makel haben und werden wieder in Gesprächen über die blöde Kuh reden.

Wenn wir nicht aufhören, wird sich niemals wirklich etwas verändern. Jede einzelne von euch, kann etwas ändern. Das nächste Mal, wenn ihr euch über eine Ex oder eine Kollegin, die ihr blöd findet, unterhaltet, macht das doch mal bewusst. Dieser Mensch hat genauso Gefühle wie ihr! Würdet ihr das toll finden, wenn man so über euch redet?

Nehmt Kasia vielleicht wirklich als Warnmal und hört endlich auf, einander fertig zu machen. Es ist genug für uns alle da draußen und wenn wir aufhören würden, neidisch zu sein und die ganze Zeit andere fertig zu machen, könnten wir alle glücklich sein, könnten wir Liebe verbreiten.

Fragt doch das nächste Mal eine, die ihr blöd findet, warum sie so gehandelt hat. Wenn sie euch ihre wahre Geschichte erzählt, glaubt mir, werdet ihr es verstehen. Und genauso, wie diese Kampagne gestartet hat mit „Steh‘ auf und leuchte“ wünsche ich mir so sehr, dass wir nicht nur aufstehen und leuchten, sondern einander zukünftig die Hand reichen und gemeinsam groß werden.

Saina Bayatpour
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Foto: Instagram / Saina Bayatpour

Vielleicht gelingt es tatsächlich, das traurige Ende von Kasia Lenhardt in etwas Positives zu verwandeln.

Telefon-Seelsorge

Wer unter Depressionen leidet, findet in der Telefon-Seelsorge eine erste Anlaufstelle, die auch noch jederzeit erreichbar ist. Hier sind alle Kontaktdaten aufgeführt:

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