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Kommentar: Der Fall Kasia Lenhardt brodelt weiter – Skandal?

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Foto: Instagram / Kasia Lenhardt

Kasia Lenhardt war nicht nur wunderschön, sondern auch eine intelligente Frau, die 2015 ein Studium aufnahm. Bei „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) krönte sie ihre Teilnahme mit dem vierten Platz. Verstörend war ihr Tod am 9. Februar. Sie soll in einer Wohnung ihres Ex Jerome Boateng aufgefunden sein worden. Laut Rechtsmedizinern ist kein Fremdverschulden festgestellt worden.

Im Internet sind aber jetzt seit fast zwei Monaten vielen Menschen, vor allem Frauen, aktiv, die sich intensiv mit dem Tod von Kasia beschäftigen und mehrere Schuldige ausgemacht haben wollen. Allen voran stehen Jerome Boateng und seine Ex, die Vorgängerin von Kasia, Rebecca Silvera.

Es herrscht ein regelrechter Krieg um die „Wahrheit“. Dabei soll Jerome mit seinen Anwälten ständig massenhaft Instagram-Konten löschen lassen. Das hat jedenfalls auch Kasias Freundin Sara Kulka bestätigt, bevor sie sich wegen schwerer Depressionen aus der Öffentlichkeit zurückzog. Bei Sara waren Posts in ihrer Story gelöscht worden. Laut Sara steckten Jeromes Anwälte dahinter und die würden auch damit drohen, dass ihr ihre Existenzgrundlage als Influencerin entzogen werde. Es sei nicht so einfach von einem verifizierten Konto Beiträge löschen zu lassen, aber sie hätten es durchgesetzt. Jetzt werde gedroht, ihren gesamten Account zu löschen, so eines der letzten Lebenszeichen von Sara.

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Fotos: Sara Kulka

Kasia Lenhardt: Ausgerechnet Persönlichkeitsrechtsverletzung

Ich schreibe diesen Kommentar, weil ich nur zu gut die Empörung der Kasia-Fraktion verstehe.

Da ist auf der einen Seite Jerome Boateng. Er hat nach Einschätzung von einem Medienrechtler gemeinsam mit der BILD massive Persönlichkeitsrechtsverletzungen zum Nachteil von Kasia Lenhardt begangen. Und dass diese auch noch anscheinendend auf falschen Tatsaschenbehauptungen beruhten, brachte viele Menschen im Internet auf die Palme.

Jerome hatte in einem BILD-Interview behauptet, dass er nur mit Kasia eine Beziehung geführt habe, weil er von ihr dazu erpresst worden sei:

Kasia wurde meine Freundin, indem sie die Beziehung zu meiner Ex-Freundin Rebecca und meiner Familie zerstörte und mich erpresste.

Jerome Boateng in der BILD

Dagegen spricht für die Kasia-Fraktion unter anderem, dass sich Jerome den Namen von Kasia auf die Brust habe tätowieren lassen. Viele Bilder und Videos zeigen ein scheinbar glücklich verliebtes Paar. Ein besonders wichtiges Argument ist für die Kasia-Unterstützer eine Sprachnachricht, die angeblich von Jerome stammen soll. Darin entschuldigt sich der Fußballer scheinbar tränenreich für sein „Doppelspiel“ mit Rebecca Silvera.

Gerade die Veröffentlichung dieser Sprachnachricht ist allerdings problematisch. Selbst wenn sie echt sein sollte, so stellt ihre Veröffentlichung doch eine Persönlichkeitsrechtsverletzung dar. Accounts, die diese Nachricht veröffentlichten, konnten somit scheinbar ohne Probleme gelöscht werden.

Und das ist ein Punkt an dem viele Menschen aussteigen und das gesamte deutsche Rechtssystem anzweifeln: Derjenige, dessen Persönlichkeitsrechte geschützt werden, ist doch aus ihrer Sicht genau derjenige, der die Persönlichkeitsrechte von Kasia Lenhardt offensichtlich mit Füßen trat. Er hatte ihr schließlich im BILD-Interview nicht „nur“ Erpressung unterstellt, sondern auch Drogen, Alkohol, Fake Accounts, psychische Probleme und Depressionen. Noch mehr ist eigentlich kaum denkbar.

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Foto: Instagram / Adrianna Lenhardt

Kasia Lenhardt: Es gibt kein Recht auf Rache

Es mag im Einzelfall noch so empörend sein, aber das Prinzip, Auge um Auge und Zahn um Zahn, ist nicht die Grundlage von modernen Rechtsystemen. Auch wenn es im Einzelfall noch so ungerecht erscheint und vielleicht sogar ist.

Und selbst wenn Jerome Boateng gegenüber Kasia Lenhardt massive Persönlichkeitsrechtsverletzungen begangen haben sollte, so gibt es nicht das Recht, mit ihm das Gleiche zu tun.

Vielleicht wird es besser verständlicher, wenn ich es so erkläre: Selbst wenn jemand einen Mord begeht, so darf niemand von uns Lynchjustiz begehen und den Mörder ermorden.

Rechtlich ist Jerome vielleicht niemals zu belangen. Es sei denn, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung führen zu einem Ergebnis. Und falls die ganzen Veröffentlichungen im Netz richtig sind, dann ist das verständlicherweise eine Katastrophe für das Rechtsempfinden der Bürger. Aber vielleicht mag die Aufklärer rund um den Fall Kasia Folgendes trösten und zeigen, dass ihr Einsatz am Ende doch Früchte tragen könnte:

Natürlich war es schon länger klar, dass der FC Bayern den Vertrag mit Jerome Boateng nicht verlängern wird. Aber es gab vor ein paar Tagen ein Ereignis, welches für großes Aufsehen gesorgt hatte: Uli Hoeneß hatte sich dafür ausgesprochen, dass Jogi Löw Boateng nicht wieder in die Nationalmannschaft aufnehmen solle. Das passierte, bevor die Nicht-Verlängerung mit Boateng offiziell bekannt gegeben wurde und war damit für Bayern völlig unüblich.

Telefon-Seelsorge

Wer unter Depressionen leidet, findet in der Telefon-Seelsorge eine erste Anlaufstelle, die auch noch jederzeit erreichbar ist. Hier sind alle Kontaktdaten aufgeführt:

Kommentare

  1. Schon wieder was mehr gelernt! Ein selten guter Artikel den du veröffentlicht
    hast. Es ist schwierig zu diesem Thema auf google was zu finden.

  2. Sehr gut geschrieben ….👍
    Ich hoffe, das ich noch in diesem Leben sehe werde .. wie der Idiot mit seiner Twinflame in einer Ecke vor sich hin wegetiert … sorry das musste raus !!

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