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Zwergenaufstand? Oliver Pocher als Künstler hoch geschätzt

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Foto: Instagram / Oliver Pocher, Pixabay / Wolfgang Eckert

Ein Kommentar von Chrissie Schweda

(Dieser Kommentar zu Oliver Pocher und den Vorfällen in Hartenholm ist eine Antwort auf den Kommentar der Autorin Sigrid Schulz)

Es gibt bestimmt wenige Menschen, die Oliver Pocher als Künstler so schätzen wie ich:

In der schlimmsten Zeit meines gesamten bisherigen Lebens, in der ich komplett zu Fall gekommen und bis heute nicht wieder aufgestanden bin, war er (und ist es noch) der Einzige, der mich wieder zum Lachen bringt und meine Tränen trocknet, zumindest vorübergehend. (Sorry, wenn’s pathetisch klingt, ist halt aber so.)

Ich liebte seine Auftritte bei „Let’s Dance“ 2019 und in seiner Late–Night–Show „Pocher – Gefährlich ehrlich!“, kann auch beim zigsten Anschauen seiner „Egal“– und „Jeanny“– und generell seiner Wendler–Parodien noch Tränen lachen und finde es großartig und wichtig, worauf er in seinen „Bildschirmkontrollen“ satirisch aufmerksam macht:

Er zieht den Vorhang weg vor fragwürdigen Phänomenen unserer Gegenwart, wie zum Beispiel der ganzen Wendlerei oder dem Beschiss durch Influencer, die in den sozialen Medien überteuerte, überflüssige Produkte vermarkten, jungen Menschen mit ihren durch Filter teilweise geradezu grotesk veränderten und verfälschten Fotos ein gefährliches, da unerreichbares Ideal vorgaukeln, damit fragwürdige Werte vermitteln oder sogar munter Fotos und Videos ihrer Kinder in allen Lebenslagen posten zwecks Klicks und höherer Followerzahlen, ohne im Geringsten die Gefahr zu bedenken, dass selbst die harmlosesten Kinderfotos und –videos im Netz bekanntermaßen von Pädophilen weiterverbreitet und für Schändliches verbrecherisch missbraucht werden, selbst wenn diese Eltern nachdrücklich und mehrfach darauf aufmerksam gemacht werden, und dies nicht nur durch Oliver Pocher.


Ich versäume seit 1,5 Jahren keine einzige der „Bildschirmkontrollen“ auf Instagram, und ich gehöre zu denen, die sich in jeder Nacht von Donnerstag auf Freitag um kurz nach Mitternacht als eine der Ersten die neueste Folge des Podcasts „Die Pochers hier!“ auf Audio Now anhört und im Laufe der Woche dann noch ein, zwei weitere Male.
Die beiden Folgen von „Pocher auf Reisen“ im Juni 2020 auf RTL, in denen er mit seinem Vater Gerhard die USA und Thailand bereist, fand ich unterhaltsam, lustig, oft auch berührend. Sogar die (nicht gaaanz so spannende) Show „Pocher vs. Influencer“ letzten April habe ich mir komplett angesehen.

Ich liebe unter anderem an Oliver Pocher, wie sehr er auch sich selbst durch den Kakao zieht und bewundere seine phänomenale Schlagfertigkeit in allen Situationen. Last but not least gefällt mir, welch liebe– und verantwortungsvoller Vater von fünf Kindern er ist, die er konsequent aus der Öffentlichkeit heraushält, und seine glückliche Ehe mit Gattin Amira.

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Für Oliver Pocher endete ein Konzert von Pietro Lombardi im Polizeigriff – Fotos: Instagram / Oliver Pocher

„Oliver Pocher – Ehrenmann!“, dachte ich stets.

So viel der Vorrede.

Sämtliche Beiträge Oliver Pochers zu den Vorgängen beim Pietro–Lombardi–Konzert in Hartenholm, alle Storys, Videos und Statements, die er dazu veröffentlicht hat, habe ich mir mittlerweile mehrfach angesehen. Meine spontane Reaktion auf die ersten Storys, die er direkt nach diesem Erlebnis auf Instagram postete, war:

„Was macht der Veranstalter einen derartigen Bohei, und warum wird Oliver Pocher von der Polizei abgeführt – im Polizeigriff, als wäre er ein Schwerverbrecher! Welch ein übertriebener, unangemessener Sturm im Wasserglas! Das ist doch Wasser auf die Mühlen all derer, die er in der Vergangenheit kritisiert hat. Jetzt werden diese wie die Hyänen die Gelegenheit ergreifen, ihn zu verhöhnen und dabei froh sein, dass sie dieses eine Mal nicht selbst im Mittelpunkt stehen und kritisiert werden.“ Und so kam es dann ja auch.

Mittlerweile habe ich mir jedoch auch die dieses Ereignis thematisierende, 25–minütige „Bildschirmkontrolle Hartenholm Spezial“ von Montag, 27. September 2021 angesehen und ganz genau hingehört, was da gesprochen wurde, und anschließend den Kommentar der geschätzten Frau Sigrid gelesen und tief darüber nachgedacht.

Sie benutzt darin die Vokabeln Selbstherrlichkeit, Arroganz, reine Eitelkeit und Vorbild(–funktion), und leider trifft sie mit jeder von ihnen den Nagel auf den Kopf.

Mein Fazit ist: Frau Sigrid hat recht, mit jedem Wort.

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Oliver Pocher zeigt das Video auf Instagram in voller Länge. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, einfach auf den Link klicken: Foto: Instagram / Oliver Pocher

Auch ein Oliver Pocher steht nicht über dem Gesetz

Und das, was man bei anderen anprangert, sollte man tunlichst unterlassen – auch wenn er tausendmal niemanden konkret gesundheitlich gefährdet hat, als er mal kurz ins Pubikum sprang und dabei, an frischer Luft, Abstand zum Publikum in den Strandkörben hielt.

Wie pflegte einst Marc Terenzi 2017 im Dschungelcamp zu sagen:“The Regels are the Regels!“ Der Veranstalter hatte ein Hygienekonzept erstellt, das Ordnungsamt hatte vor Ort offenbar ein wachsames Auge auf dessen Einhaltung, und ein Gewohnheitsrecht beim Regelbruch (Zitat:“Gestern Abend bei meinem eigenen Auftritt habe ich hier genau dasselbe gemacht und das ging doch auch! Ich mache das außerdem immer so, jedes Mal!“) gibt’s auch für niemanden, ob Promi oder Normalo.

Am unbehaglichsten jedoch fühle ich mich, wenn ich mir die Art und Weise anhöre, wie Oliver Pocher mit der Polizei spricht – die dabei im Übrigen bemerkens– und bewundernswert ruhig bleibt: Sie zu duzen (wie es Oliver wohl gefallen hätte, hätte die Polizei ihn ihrerseits spontan geduzt?), die Zusage zu gehen und diese anschließend nicht einzuhalten, die Polizisten gefühlt stundenlang zu bequatschen mit unsinniger Argumentation, sie sollten (als in diesem Moment eben auf dem Lande in Schleswig–Holstein und nirgendwo anders eingesetzte Beamte!) doch lieber die Clan–Kriminalität in Hamburg bekämpfen und weitere, in diesem Moment unpassende Vorschläge, und dann noch in meinen Augen der Gipfel: zu erwarten, dass sich die Polizisten bei ihm entschuldigen!

Wofür? Dafür, dass sie einfach nur ihren Job machen? Zu meinen, er, Oliver Pocher, könne mit den Beamten spontan neue Regeln und Gesetze für sich aushandeln, weil er eben Oliver Pocher ist? Herablassend und unangemessen auch seine Bemerkung, er mit seinen Auftritten sei schließlich derjenige, der dem Veranstalter das „Strandkorb–Konzerte“–Projekt finanziere.

Ich mag Oliver Pocher auch weiterhin genauso wie zuvor, bin weiterhin „Team Olli“, aber mit diesem Auftritt, den er noch dazu anschließend in voller Überzeugung, im Recht gewesen zu sein, auf Instagram präsentiert nach dem Motto:“Sehet, was mir Böses widerfuhr!“, hat er sich keinen Gefallen getan.

Zum Kleist’schen Michael Kohlhaas 2.0 taugt er nicht. Wenn sich nun Kritik und Häme über ihn ergießen oder jemand in einem Instagram–Kommentar neben der „Bildschirmkontrolle Hartenholm Spezial“ den Vorschlag macht, Oliver selbst solle zur „Bratpfanne des Monats September“ (= eine von seinen Followern gewählte Person, die sich im jeweils abgelaufenen Monat besonders unsäglich verhalten hat) ernannt werden, habe ich deshalb Verständnis.

Hätte nicht so kommen brauchen – mit etwas weniger Hybris, etwas mehr Demut und etwas mehr Benimm und Contenance, auf Seiten Oliver Pochers wohlgemerkt. Und mit etwas mehr Dankbarkeit für das, was Polizisten alltäglich in ihrem Beruf leisten, was sie über sich ergehen lassen müssen und welcher Gefahr sie oft ausgesetzt sind, um uns zu schützen. Da braucht man ihnen den Berufsalltag nicht noch zusätzlich zu erschweren, zumal es für den Comedian (und das sollte auch mal ganz nebenbei erwähnt werden) bei dem ganzen Zwergenaufstand um nichts ging, um eine Petitesse, eine Bagatelle: Es war ja noch nicht einmal sein eigener Auftritt, den er hätte verfrüht abbrechen müssen.

Much ado about nothing. Viel Lärm um nichts.

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