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Marlene Lufens Video Fake? – Analyse: Regisseur Tim Tonndorf

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Fotos: Instagram / Marlene Lufen, Tim Tonndorf

Marlene Lufen hat mit ihrem Video Millionen Zuschauer generiert. In dem Video macht sich Marlene unter anderem große Sorgen um misshandelte Kinder, deren Zahl durch den Lockdown zugenommen hat. Doch wie echt ist ihre Betroffenheit und vor allem, wer steckt dahinter? Der Regisseur Tim Tonndorf hat das Video von Marlene Lufen auf Instagram professionell analysiert und auch das Umfeld unter die Lupe genommen, in dem das Video entstanden ist.

Zunächst weist Tim darauf hin, dass Marlene nicht nur Journalistin, sondern vor allem professionelle Präsentatorin ist. Die dienstälteste Moderatorin im SAT.1-Frühstücksfernsehen wisse genau, wie sie vor der Kamera agiere. Das Video, das scheinbar spontan am Küchentisch gedreht wurde, erwecke aber einen ganz anderen Eindruck:

Ihr ist völlig bewusst, was sie tut und vor allem, wie sie es tut. Und deswegen steht an erster Stelle ihr Gefühl, nicht die Fakten. Es geht am Anfang und am Ende ausdrücklich um ihr Gefühl. Und wer kann denn dagegen etwas sagen?

Tim Tonndorf

Geht es da wirklich um die geschlagenen Kinder?

Das erste Einfallstor zu dem Video und dessen Inhalt ist nicht etwa das Leid von Betroffenen, sondern es ist das Mitgefühl mit dem Schmerz von Marlene Lufen.

Tim Tonndorf

Auch das, was Marlene in den Mittelpunkt stellt, sieht Tim kritisch:


Und dann ihre These: „Dass wir denken, wir haben es falsch gemacht, der Lockdown war das Falscheste, was wir hätten machen können.“ 
Da kann sie hinterher relativieren soviel sie will, sie ist sich natürlich bewusst, dass dieser Satz, im Stil einer BILD-Schlagzeile, der virale Satz zu ihrem Video werden wird.

Tim Tonndorf
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Marlene Lufen ist auch Moderatorin von „Promi Big Brother“ – Foto: Instagram / Marlene Lufen

Marlene Lufen verwendet Stilmittel

Natürlich hat Tim als Regisseur noch einen ganz anderen Blick auf die verwendeten Stilmittel:


Sie nimmt sich in ihrer Gestik – besonders in der ersten Hälfte – eher zurück, wodurch, gepaart mit dem gewählten Bildausschnitt, der Eindruck einer seriösen Nachrichtensprecherin entsteht.

Die Momente, wenn sie ihre Hände einsetzt, wirken dadurch umso eindrücklicher.

Auffällig sind da drei Stellen, und zwar jedes Mal, wenn sie konkret die Regierung beziehungsweise Maßnahmen „kritisiert“, dann als nächstes, wenn Sie das private Schicksal ihrer Mutter beschreibt und danach den Lockdown erneut in Frage stellt und dann noch mal gegen Ende, wenn sie über das RKI und Christian Drosten spricht.

Das sind die heikelsten Momente, wenn Sie die Zweifel am Lockdown konkret formuliert. Deshalb musste das durch die gefalteten Hände besonders gestützt werden.

Tim Tonndorf

Auch sei der Kampf mit Tränen als Stilmittel wirkungsvoller einfach nur zu weinen:


Hinweisen möchte ich auf den Satz „Ich muss schon wieder kämpfen“, mit den Tränen, meint sie. Das soll alles den Eindruck eines „Casual Clips“ aus der heimischen Küche erwecken, aber natürlich ist es ein bearbeitetes Video. (…)

Marlene Lufens Kampf mit den Tränen und das wirkmächtige Trinken sind bewusste Stilmittel. Nicht bewusst hergestellt. Aber bewusst nicht weggeschnitten.

Ich sage nicht, dass Marlene Lufen schauspielert.

Tim Tonndorf
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Regisseur Tim Tonndorf ist selbst Vater – Foto: Instagram / Tim Tonndorf

Es sei kritisch zu sehen, dass für Marlene die Ursache für die Faust im Gesicht eines Kindes der Lockdown sei. Denn der Lockdown sei nicht das Problem, er decke nur Probleme auf, die schon lange da waren, zitiert Tim den Instagram-Account @voidnakyr: „Der Gips sorgt nicht dafür, dass du deinen gebrochenen Arm nicht benutzen kannst, sondern der Bruch.“ Tim sagt:

Marlene Lufen zweifelt lieber den Gips an, statt zum Beispiel Initiativen wie #ZeroArmbrüche mit ihrer Popularität zu unterstützen. 

Tim Tonndorf

Für Marlene Lufens Chef ist Corona eine „Greisengrippe“


Da stellt sich für Tim Tonndorf die Frage, was das alles soll? Hat möglicherweise das berufliche Umfeld, in dem Marlene Lufen sich bewegt, etwas damit zu tun? Für Tim gibt es da erschreckende Zusammenhänge:


Das Frühstücksfernsehen wird produziert von der „MAZ & More TV Produktion!. Deren Geschäftsführer ist seit 2014 Claus Strunz. Eine 100-prozentige Tochter der „WeltN24 GmbH“ und die wiederum ist ein ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der „Axel Springer SE“, zu der unter anderem BILD gehört. Claus Strunz war bereits Chefredakteur, sowohl bei BILD als auch bei WELT.

Claus Strunz ist Corona-Leugner beziehungsweise Corona-Relativierer. Er nennt das Virus wiederholt Greisen-Grippe. 

Der Chefredakteur des SAT.1-Frühstücksfernsehens ist also ein rechtspopulistischer Multiplikator und Corona-Skeptiker. (… )

Das ist das zumindest berufliche direkte Umfeld, in dem Marlene Lufen sich bewegt.

Tim Tonndorf
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Foto: Twitter / Claus Strunz

Tim Tonndorf fürchtet, dass Leute wie Claus Strunz und Medien wie BILD die ganze Situation zum Kippen bringen könnten und in dieses Horn stoße auch Marlene Lufen:

Bewusst? Das maße ich mir nicht an zu beurteilen. (…)

Alle haben Angst. Allen geht es dreckig. Okay, manchen weniger als anderen. Aber derartig die Augen vor fortschreitenden gesellschaftlichen Schieflagen zu verschließen für 15 Minuten Ruhm und 11 Millionen Views, das sind die Momente die mir den Schlaf rauben.

Tim Tonndorf

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