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Fotos: Instagram / Lukrezia Krämer, Vincent Slegers
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Lukrezia Krämer: Keine Zukunft für die virtuelle Ausstellung

„Ein Bild muss man spüren“: Braucht Bildende Kunst Liveausstellung? Kunst + Corona auf dem Land und in der Stadt + Was für die Malerin und Sängerin durch Corona sogar leichter wurde – INTERVIEW mit LUKREZIA KRÄMER

„Ein Bild muss man spüren“, sagt Lukrezia Krämer (27), die eine der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente des Landes im Bereich der bildenden Künste ist. Gerade hat Lukrezia erfolgreich ihr Studium an der „Kunstakademie Düsseldorf“ abgeschlossen, wo sie Meisterschülerin von Professor Siegfried Anzinger war.

Aurelio Savina beschreibt Lukrezia und ihre beeindruckende künstlerische Arbeit so:

Sie hat eine gewisse Zerbrechlichkeit, Verletzlichkeit in fast allen ihren Werken.
Aussagekräftige, sehr intensive, fast schon beklemmende Zeichnungen.

Aurelio Savina

Traumhaft schön sind Lukrezias große Ölgemälde, mit denen sie die Betrachter mitten in eine mächtige Natur und gleichzeitig mit in eine surreale Welt zieht:

Lukrezia Krämer Noah 110x160cm Öl auf Leinwand 2019
Lukrezia Krämer Noah 110x160cm Öl auf Leinwand 2019

Lukrezia stammt aus Rösrath, wo ihre Eltern, die ebenfalls Künstler sind, immer noch leben und arbeiten. Daher kann Lukrezia die Situation für Künstler in der Coronakrise zwischen Stadt und Land vergleichen.

Du lebst jetzt in Düsseldorf. Gibt es einen Unterschied für Künstler? Ist es besser in Rösrath oder in Düsseldorf in der Krise?


Beide Städte haben ihre Vorteile.

In Düsseldorf gibt es für mich mehr Austausch, auch wenn der natürlich momentan sehr eingeschränkt ist. Dennoch stehe ich hier in Kontakt mit meinen ehemaligen Kommilitonen aus der Kunstakademie und arbeite mit anderen Künstlern gemeinsam in einem Atelier, was ich als sehr anregend und erfrischend empfinde.

In Rösrath ist man dagegen umgeben von der inspirierenden Natur und der Ruhe, und da man besonders zur Zeit des Lockdowns ohnehin komplett isoliert war, konnte man dort gut Luft holen.

Lukrezia Krämer
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Corona und die Kunst – So sieht es Lukrezia Krämer

Wie ist die Lage unter den Künstlern? Ist Corona auch eine Chance, für Neues, für Kreativität?


Die Situation ist sicher für niemanden leicht. Ausstellungen und Veranstaltungen wurden abgesagt, die Planung für ein ganzes Jahr fiel auf einmal weg, alles steht still. Zunächst war das natürlich ein Schock, auch finanziell betrachtet.

Hinsichtlich dessen kann die Angst also sehr betäubend sein und hat sich auf mich, wie auch auf viele meiner Kollegen, anfangs sehr demotivierend ausgewirkt. Man hatte plötzlich zwar die Zeit, aber vor lauter Ungewissheit war man kraft- und mutlos.

Dann kommt der Punkt, an dem man die Dinge neu bewertet und langsam wieder Kraft schöpft. Es gibt zwar immer noch Tage, an denen alles schwer fällt und man an sich und allem zweifelt, aber diese Tage gab es auch vorher schon und im Grunde wird man jetzt nur noch mehr darin bestätigt, das zu tun, wofür das Herz wirklich schlägt und dabei seinen Weg zu gehen.

Lukrezia Krämer

Mit ihrem Lebensgefährten Vincent Slegers teilt Lukrezia die Liebe zur Musik. Genauso, wie Lukrezia von Kindesbeinen an gemalt hat, so hat sie auch musiziert. Ihr Instrument ist der Bass:

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Lukrezia, woran arbeitest du aktuell? Hat Corona deine Arbeit beeinflusst? Deine Arbeitsmittel? Deine Denkweise?


In meinem Genre wurde ich nur bestärkt, da die Natursehnsucht noch deutlicher wurde. 

Dadurch, dass ich so abrupt von meinen Aufgaben heraus gerissen wurde, habe ich mich aber vermehrt auch wieder persönlicheren Dingen, wie kleinen Zeichnungen und Skizzen, gewidmet oder mit neuen Materialien experimentiert, ohne irgendwelche Ansprüche daran zu haben. Hier wurde ich erst wieder so richtig daran erinnert, wie wichtig dies eigentlich ist.

Alles ist also ein bisschen losgelöster geworden, man bekam Sehnsucht nach Unbeschwertheit, Unbedeutsamkeit. Es wurde ohnehin plötzlich deutlich, dass vieles keinen großen Sinn hat, was sehr erleichternd sein kann. 

Lukrezia Krämer
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„Irischer Wald“, oil on canvas, 160 x 130 cm, 2018 Foto: Instagram / Lukrezia Krämer

Lukrezia Krämer über virtuelle Ausstellungen

Viele Künstler suchen nach neuen Möglichkeiten. Virtuelle Konzerte und Ausstellungen sind in riesiger Zahl entstanden. Wäre eine Zukunft mit fast nur noch virtuellen Ausstellungen denkbar?


Auf gar keinen Fall. Ein Bild muss man spüren, keine noch so gute Reproduktion könnte das wiedergeben.

Man hat eine ganz andere Wahrnehmung, wenn man wirklich vor dem Bild steht, genauso wie ein Live-Konzert eine ganz andere Erfahrung ist, als ein Stream auf Instagram, oder ein Video-Chat niemals die Intimität eines Treffens mit einem Menschen ersetzen kann.

Ich kann verstehen, dass Künstler besonders jetzt unterschiedliche Plattformen nutzen, und virtuelle Räume bieten eine gute, zusätzliche Möglichkeit, die durchaus auch viele spezifische Vorteile mit sich bringt, aber das Leben, das in einem künstlerischen Werk steckt, kann virtuell einfach nicht vermittelt werden

Lukrezia Krämer

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