Werden Ärzte in der Coronakrise zu Herren über Leben und Tod?
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Corona und Triage – Werden Ärzte in der Krise zu „Herren über Leben und Tod“? KOMMENTAR von Dr. Josef Kirchner

Triage ist ein Begriff, der ein Auswahlverfahren beschreibt und bedeutet, dass bei einer großen Zahl von Verletzten oder Erkrankten, bei einer Katastrophe oder Epidemie, bei gleichzeitigem Mangel an medizinischer Sofortversorgung, die Patienten ausgesucht werden, deren sofortige Behandlung dringend notwendig ist und gute Aussichten auf Erfolg hat. Weniger Erkrankte müssen warten und Sterbende müssen ihrem Schicksal überlassen werden.

Vor einigen Wochen wurde dieser Begriff mehrfach genannt, weil die Befürchtung groß war, es könnte eine Situation entstehen, dass die Notaufnahme einer Klinik mit Corona-Patienten überfüllt wird und nicht genügend Intensiv-Betten zur Verfügung stünden. So geschehen in China, Italien, Spanien, England, USA und vielen anderen Ländern. Deutschland war zum Glück nicht betroffen, da bereits vorher durch maximale Bereitstellung von Beatmungsplätzen und gleichzeitigem Lock-down, mehr Kapazitäten vorhanden waren als gebraucht wurden.

Opfer des Lockdowns

Der Preis dafür war und ist, dass planbare Operationen aufgeschoben wurden. Wer ein neues Kniegelenk braucht, wird es hinnehmen müssen, noch einige Wochen Schmerzen zu ertragen. In meinem Bekanntenkreis brauchte ein Mann im besten Alter einen Herzschrittmacher wegen gefährlicher Herzrhythmusstörungen. Er überlebte die Wartezeit nicht.

Gesellschaftliches Dilemma

Im Moment erleben wir eine Triage auf höherer Ebene. Werden die coronabedingten Einschränkungen zu schnell gelockert, steigt die Zahl der Corona-Opfer. Werden die Maßnahmen zu lange aufrecht erhalten, steigt die Zahl der Kollateralopfer.

Die Kinderärzte schlagen Alarm, weil immer mehr schwerverletzte Kinder zur Behandlung gebracht werden. Von multiplen Knochenbrüchen bis Schütteltraumata reicht das Spektrum der steigenden Opferzahlen und es sind keine Opfer von Verkehrsunfällen sondern Opfer häuslicher Gewalt.

In Familien, die zwischen Home-Office, Kinderbetreuung und Homeschooling bei gleichzeitig zunehmender Armut und Zukunftsangst zerrieben werden, brennen immer öfter die psychischen Sicherungen durch und häusliche Gewalt entwickelt sich gerade zur Volkskrankheit.

Insgesamt haben wir ein gesellschaftliches Dilemma betreffend unserer Volksgesundheit.

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