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Veterinäramt – Ranking: Krefeld größter Flop Deutschlands

PETA Hund
Hund sitzt im Zwinger

Tierschutz im Pandemiejahr – PETA kürt die besten und schlechtesten Veterinärämter Deutschlands 2020 – Die 5 besten und die 5 Schlechtesten im Überblick – PETA gibt das Folgende bekannt:

Das Veterinäramt der Stadt Krefeld ist das schlechteste in ganz Deutschland: Top oder Flop? Die Tierrechtsorganisation PETA hat die besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2020 gekürt. Veterinärämter sind für die Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständig.


Dazu sagt Dr. Edmund Haferbeck, der Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA:

„Seit 2012 küren wir jährlich die aus Tierschutzsicht positiv oder negativ aufgefallenen Veterinärämter. 2020 war wegen Corona ein besonders herausforderndes Jahr für die Amtsveterinäre, was vielerorts zu Verzögerungen bei den Kontrollen geführt hat. Erfreulich ist, dass sich immer mehr Zeugen von Tierquälerei trauen, sich bei uns melden und auch selbst bereit sind, etwas zu tun“

Dr. Edmund Haferbeck, PETA

Und so habe sich PETA ein Urteil gebildet:

„Wir stehen täglich in Kontakt mit Veterinärbehörden, um Tierschutzmissstände und Tiermissbrauch zu melden und zu verfolgen. Bei dem Ranking haben wir Ämter berücksichtigt, die besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem wir sie über einen Missstand informiert hatten.“

Dr. Edmund Haferbeck, PETA

Im Folgenden sind die jeweils fünf besten und die fünf tierfeindlichsten Veterinärbehörden aufgeführt. Im Ranking wird stets die gesamte Behörde genannt, auch wenn oftmals einzelne Amtstierärzte positiv oder negativ hervorstachen

TOP

Veterinäramt Rhein-Erft-Kreis

Im September 2020 wurde PETA auf eine Anzeige auf einem Online-Portal aufmerksam, in der ein kleiner Weißbüschelaffe zum Kauf angeboten wurde. Als Interessenten getarnt, gelang es einer PETA-Rechercheurin zusammen mit der Tierschutzdetektivin Judith Pein, die mangelhafte Haltung zu dokumentieren: Der Affe Gucci wurde seit über einem Jahr größtenteils in einem Vogelkäfig im Wohnzimmer der Familie gehalten und deren Angaben zufolge auch mit Bier, Wurst und Nudeln ernährt.

Das Team informierte umgehend das zuständige Veterinäramt Rhein-Erft-Kreis, dessen Mitarbeiter sofort eingriffen und den kleinen Primaten mit Unterstützung des Tierheims Bergheim aus der Wohnung holten. Untersuchungen zeigten, dass er an Darmparasiten erkrankt war, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Mittlerweile hat Gucci einen Platz im Brückenkopf-Park Jülich gefunden, wo er gemeinsam mit Artgenossen lebt.

Veterinäramt Landkreis Passau

Über eine Whistleblower-Meldung wurde PETA im März 2020 auf eine sogenannte Animal Hoarderin aufmerksam, die in Windorf im Landkreis Passau unter anderem Pferde, Hunde, Katzen, Fische und Hühner unter tierschutzwidrigen Bedingungen hielt. Da sie die Hunde im Internet zum Verkauf anbot, gaben sich Mitarbeiter der Tierrechtsorganisation als Interessenten aus und stießen vor Ort auf gravierende Tierquälerei. PETA meldete den Fall unverzüglich den zuständigen Behörden und erstattete Anfang Mai wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft Passau Strafanzeige gegen die Verantwortliche – die Strafverfolger leiteten umgehend ein Strafermittlungsverfahren ein. Ende Mai beschlagnahmte das Veterinäramt des Landkreises Passau sämtliche bei ihr untergebrachten Tiere und übergab sie einem lokalen Tierheim.

Veterinäramt Landkreis Bad Kissingen

Im Dezember 2020 erreichte PETA ein Hilferuf aus Schondra-Schönderling. Dem Bericht nach rangen dort in einem See unzählige Fische mit dem Tod, darunter Karpfen und Goldfische. Einige Leichen trieben dem Augenzeugen zufolge schon an der Oberfläche. Offenbar wurden verschiedene Tiere dort ausgesetzt, die sich im Verlauf des Jahres stark vermehrt hatten. PETA bat daraufhin das Kreisveterinäramt in Bad Kissingen um Hilfe. Kurz vor Weihnachten benachrichtigten die Amtsveterinäre die Tierrechtsorganisation darüber, dass die Fische aus ihrer misslichen Lage befreit worden waren: Die Karpfen wurden vom Forstbetrieb umgesiedelt und die Goldfische in einem Wildpark untergebracht.

GucciPetaTitel
Äffchen Gucci, als Spielzeug gekauft und im Vogelkäfig gehalten – Foto: PETA

Veterinäramt Stadt Pforzheim

PETA wurde im November 2020 auf einem Internetportal für exotische Tiere auf das Verkaufsangebot eines streng geschützten Weißhandgibbons aufmerksam. Gemeinsam mit dem SWR ermittelte die Tierrechtsorganisation in diesem Fall und verhandelte über längere Zeit mit dem Verkäufer. Anfang Dezember sollte Jimmy auf einem Supermarktplatz in Pforzheim für 13.000 Euro an die vermeintlichen Käufer übergeben werden. In einem gemeinsam mit der Veterinärbehörde der Stadt Pforzheim und der Polizei vorbereiteten Einsatz konnte der Verkäufer überführt und der streng geschützte Primat beschlagnahmt werden. Jimmy befindet sich mittlerweile in einer Auffangstation für exotische Tiere in München, wo ein dauerhafter Platz mit Artgenossen für ihn gesucht wird.

Veterinäramt Rhein-Sieg-Kreis

Ein Landwirt aus Hennef wurde wegen massiver Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vom Amtsgericht Siegburg im November 2020 zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt. Vorausgegangen war eine Strafanzeige von PETA im Dezember 2019, weil der Mann Rinder über längere Zeit unter katastrophalen Bedingungen hielt. Der Tierrechtsorganisation wurden von einer Whistleblowerin Fotos und Videos übermittelt, auf denen zu sehen ist, wie die Rinder in bauchhohen Exkrementen einsanken. Teilweise waren sie verletzt und wurden nicht behandelt. Die Tiere hatten teils keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Stallungen waren marode. Auch zahlreiche Enten hatten keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trink- und Badewasser. Das zuständige Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises griff ein und ordnete eine Auflösung der Tierhaltung an.

FLOP

Veterinäramt Stadt Krefeld

Seit der Brandnacht im Krefelder Zoo am 1. Januar 2020 sind die beiden überlebenden Schimpansen Bally und Limbo in einem provisorischen Gehege untergebracht. Die Mindestanforderungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden dabei eklatant unterschritten: Anstatt insgesamt 400 Quadratmeter stehen den beiden Menschenaffen nur 42,5 Quadratmeter zur Verfügung. Da nach über einem Jahr längst nicht mehr von einer Übergangssituation gesprochen werden kann, hätte das Krefelder Veterinäramt, nach Ansicht von PETA, längst bessere Haltungsbedingungen oder eine Abgabe der Tiere an eine Primaten-Auffangstation verfügen müssen.

PETA Affe
Chinese circus investigation. A sad, tethered monkey who is forced to perform tricks for the circus.

Veterinäramt Landkreis Bad Dürkheim

Seit rund fünf Jahren werden im Landkreis Bad Dürkheim mehrere, teils wild gefangene Haie und andere Meerestiere provisorisch eingesperrt. PETA hat im Juni 2020 eine Anfrage nach dem Landestransparenzgesetz von Rheinland-Pfalz an das Veterinäramt in Bad Dürkheim gestellt. In dieser wurden neben den Haltungsbedingungen unter anderem die Anzahl, Arten und Herkunft sowie bisherige Todesfälle der aktuell in Grünstadt eingesperrten Haie und anderer Meeresfische abgefragt. Die Behörde hat seitdem eine regelrechte Blockadehaltung eingenommen: Mit der nicht näher untermauerten Behauptung, es würde sich bei den gewünschten Informationen „größtenteils“ um Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse handeln, wurde die Erteilung fast aller Auskünfte pauschal abgelehnt.

Veterinäramt Nordhausen

Bereits 2019 bot sich bei einer Züchterin von Landseer-Hunden ein Bild des Grauens. Mehrere Hunde und Dutzende weitere Tiere, darunter Hühner, Schafe, Kaninchen und Enten, wurden unter furchtbaren Bedingungen in einem Schrebergarten in Bleicherode gehalten. Trotz einer Anzeige von PETA und Vor-Ort-Kontrollen durch das Veterinäramt Nordhausen änderte sich auch 2020 kaum etwas an den Missständen. Neues Bildmaterial eines Whistleblowers, das PETA im April zugespielt wurde, zeigte, dass sich viele Hunde noch immer in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befanden, die Kaninchen nicht ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgt und Hühner zwischen toten Artgenossen gehalten wurden. Anstatt spätestens jetzt die Tierhaltung aufzulösen, zweifelte das Veterinäramt sogar die Aktualität des neuen Bildmaterials an.

Ein weiterer Fall von Hundequälerei sorgte im Juli 2020 im Landkreis Nordhausen sogar für internationale Schlagzeilen: Kinder schlugen ihrem hilflosen Familienhund über 20-mal mit einem Metallnapf auf den Kopf. Laut Zeugen geschah dies nicht zum ersten Mal. Doch anstatt das Tier sofort aus der leidvollen Situation zu befreien, wurden vom Veterinäramt lediglich tierärztliche Untersuchungen angeordnet. Bei den Untersuchungen, ebenfalls auch von der Leiterin der Veterinärbehörde mit vorgenommen, seien keine Hinweise auf Verletzungen oder Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden. Dies führte dazu, dass die Strafanzeige von PETA von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen eingestellt wurde. Der Hund befindet sich derzeit noch immer bei der Familie.

Veterinäramt Landkreis Aurich

Trotz TV-Reportagen und offizieller Berichte über die systembedingten Missstände bei Langstrecken-Tiertransporten genehmigte das Veterinäramt des Landkreises Aurich 2020 wieder zahlreiche solcher Rindertransporte. ARD-Recherchen zufolge hat sich der Landkreis Aurich bundesweit zu einem Schlupfloch für die Abfertigung entwickelt und wird von Transporteuren offenbar bewusst angesteuert, da die Genehmigungspraxis dort offenbar besonders lax ist. PETA hatte das Veterinäramt wiederholt aufgefordert, die Abfertigung der Transporte zu beenden, weil die Nicht-Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen der EU-Tierschutztransportverordnung regelmäßig absehbar ist.

Veterinäramt Landkreis Rottweil

Im Oktober 2020 hat PETA bei der Staatsanwaltschaft Rottweil Strafanzeige gegen einen Landwirt in Zimmern erstattet, der Rinder in dauerhafter Anbindung hält. Bei dieser Haltungsform sind die Tiere mit Ketten oder anderen Vorrichtungen am Hals festgebunden und können sich nicht einmal umdrehen – so müssen sie teilweise jahrelang an einem Platz ausharren. Bei mehreren Kontrollen durch die Kreisveterinäre wurden zwar unterschiedliche Mängel beanstandet, die tierquälerische Anbindehaltung wurde jedoch nicht beendet. Dies war ausschlaggebend für die Einstellung des Strafermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft (Az.: 21 Js 12162/20). Im Sommer 2020 waren der Landwirt und das Veterinäramt bereits wegen länger anhaltender Missstände bei der Schweinehaltung in der Kritik, die erst in Folge einer ARD-Reportage aufgelöst wurde.

Tierquälerei beobachtet? So sollten Sie vorgehen:

Zeugen von Tierquälerei sollten sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden und Beobachtungen detailliert und sachlich zusammenfassen. Besonders hilfreich ist Bild- und Videomaterial.

Empfehlung von PETA: Nach der Meldung beim Veterinäramt unbedingt so lange nachhaken, bis der Missstand beseitigt ist. Das kann ermüdend sein, ist aber oft die einzige Chance für das jeweilige Tier. Eine Übersicht mit ausführlichen Tipps, wie Zeugen gegen Tierquälerei vorgehen können, gibt es unter PETA.de/Whistleblower.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
PETA.de/Neuigkeiten/Veterinaeraemter-2020/

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