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Deutschland ist ein Paradies für Sexualstraftäter

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Fotos: Instagram / Jany Tempel, Pixabay

Ein Kommentar der Autorin Sigrid Schulz


Sexualstraftäter finden in Deutschland ein wahres Paradies. Unsere ganzen Werte werden gegen die Opfer benutzt. Zum Beispiel lautet ein fundamentaler Grundsatz unseres Rechtssystems „in dubio pro reo“, also im Zweifel für den Angeklagten.

Das soll verhindern, dass unschuldige Menschen eingesperrt und bestraft werden. Und natürlich ist der Gedanke ein Albtraum, dass unschuldige Menschen verurteilt, bestraft und inhaftiert werden. Das ist einfach schrecklich und darf nicht passieren.

Aber was auch nicht passieren darf, ist das, was im Moment bei uns läuft. Da wird einfach gesagt, es steht Aussage gegen Aussage und am Ende steht unter dem Strich, dass das Opfer ein zweites Mal vergewaltigt wird. Vergewaltigt von einem System, welches gnadenlos Täter frei spricht und Täter laufen lässt. Gleichzeitig wird den Opfern der Stempelaufdruck verpasst, sie hätten aus persönlichen, niederen Beweggründen, wie Rache und der Suche nach Bekanntheit, einen Unschuldigen einer Straftat bezichtigt.


Nur jede zehnte Frau (die Zahlen schwanken zwischen fünf und 15), die vergewaltigt wird, geht überhaupt zur Polizei, lässt diese unangenehmen, intimen Untersuchungen an ihrem geschundenen und verletzten Körper vornehmen, setzt sich endlosen peinlichen Befragungen aus und hofft auf Gerechtigkeit. Das bedeutet, in Deutschland kommen von 100 Sexualstraftätern grundsätzlich schon mal 90 einfach so davon. Ohne jede Konsequenz.

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Sexualstraftäter haben in Deutschland quasi nichts zu befürchten – Foto: Pixabay / Sasint Tipchai

Nur einer von 100 Sexualstraftätern wird verurteilt

Das allein ist ja schon ein Freibrief für jeden kranken, ekelhaften Sexualstraftäter. Aber wer dann endlich vor Gericht gestellt wird, ist noch lange nicht verurteilt. Die Verurteilungsraten sind von mageren 20 Prozent in den 90er Jahren auf unfassbare 7,5 Prozent 2016 gesunken, so zum Beispiel der Kriminologe Christian Pfeiffer in der TAZ. Pfeiffer forscht seit Jahren an dem Thema und hat herausgefunden, dass in Deutschland von 100 Vergewaltigern nur ein einziger verurteilt wird.

Woran das liegt? So gut wie alle Sexualstraftäter behaupten, dass es im gegenseitigen Einvernehmen passiert sei. Ich habe jahrzehntelang als Gerichtsreporterin solchen Prozessen beigewohnt und ich schwöre, das ist tatsächlich nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Männer behaupten sogar über vierjährige Kinder, dass sie von diesen verführt worden seien. „Sie wollte das„, das erzählen diese Kerle tatsächlich im Brustton der Überzeugung. Es ist so ekelhaft und kaum zu glauben, dass so etwas möglich ist, aber das sind die Tatsachen.

Ich werde nie meinen ersten Vergewaltigungsprozess vergessen, obwohl er so viele Jahrzehnte zurückliegt. Eine junge Frau war, aus meiner Sicht auf jeden Fall, bei einem Kirmes-Besuch vergewaltigt worden, direkt hinter dem Festzelt. Auch hier wurde in dubio pro reo entschieden und der Kerl freigesprochen.

Einsam, mit dem Kopf in den Händen auf ihren Knien vergraben, also quasi völlig in sich zusammengesunken, saß die junge Frau nach der Verhandlung weinend auf dem Gerichtsflur. Ich kann diesen Anblick niemals vergessen und wenn ich daran denke, kommen mir jedes Mal die Tränen. Diese unfassbare Demütigung nach all dieser Tortur.

Causa Wedel

In Deutschland ist aktuell Jany Tempel ein trauriges Beispiel. Sie hatte Jahrzehnte nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch den Regisseur Dieter Wedel der ZEIT ein Interview gegeben.

Jany Tempel sagt, ihr war versichert worden, der Fall sei verjährt. Doch ohne, dass Jany Tempel eine Anzeige erstattet hätte und ohne dass sie es wollte, nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf.

Das ist jetzt vier Jahre her. Seit vier Jahren wird in diesem Fall ermittelt und immer noch ist nicht einmal über die Zulassung der Anklage entschieden worden.

Jany leidet unsäglich darunter und sagt:

„Mein Fall – Causa Wedel ist ein Skandal.“

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Foto: Pixabay / Snap_IT

Intelligente Lösungen müssen „in dubio pro reo“ ersetzen


Erschwerend kommt in den letzten Jahren hinzu, dass, durch dieses unsägliche Fifty-Shades-of-Grey-Getöse, mittlerweile sogar Verletzungen und Wunden eiskalt mit „sie wollte das so“ erklärt werden. Und die Richter sitzen da und müssen nach „in dubio pro reo“ entscheiden.

Irgendwann muss doch mal als Tatsache anerkannt werden, dass das, was vielleicht für alle anderen Straftaten richtig ist, bei Sexualstraftaten nicht funktioniert. Weil da sind in der Regel immer nur zwei Beteiligte und es steht immer Aussage gegen Aussage und wenn ich dann sage in dubio pro reo, ist das faktisch ein Freibrief.

Es sollte von intelligenten Politikern erwartet werden können, dass sie ein gerechtes System schaffen. Nur mal ein Gedanke: Es wäre doch möglich, dass in diesen Fällen Lügendetektoren eingesetzt werden. 

Und wieso wird nicht zur Vorbeugung das ausdrückliche Einverständnis gefordert? Nur ja heißt ja! In Schweden geht das doch auch. Die Zahlen sprechen für sich und sind allen Politikern seit vielen Jahren bekannt und trotzdem wird an diesem grausamen System festgehalten. In Deutschland ist die #metoo-Bewegung bisher völlig ohne Konsequenzen geblieben. Das muss ein Ende haben!

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Kommentare

Antworten
  1. Ich gebe dir vollkommen Recht! Aber eine Frage habe ich Schweden: Wie genau geht das da mit „Ja heißt Ja“? Muss da was ausgefüllt werden? Ich habe keine Ahnung.

  2. Wenn man massenhaft junge, frauenverachtende Männer ins Land holt, wen wundert dann die hohe Vergewaltigungsrate? Außerdem gilt in Deutschland Täterschutz vor Opferschutz. Dazu die lächerlich geringen Strafen für Kriminelle. Deutschland ist ein Paradies für Kriminelle aus der ganzen Welt

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