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#AllesDichtMachen – Ein Lehrstück über Freiheit und Moral

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Fotos: Screenshot / Youtube, Pixabay / Alexandra Koch

Ein Kommentar von Josef Eduard Kirchner, Vorsitzender des Berufsverbandes der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und –psychosomatik in Nordrhein, Dozent und Autor

#AllesDichtMachen: Hoppla, haben sich da gerade über 50 deutsche Schauspieler*innen mal eben als querdenkende Neonazis geoutet? Noch dazu Berühmtheiten, die eher als liberale Intellektuelle gelten? Wohl eher nicht.

Schauspieler*innen haben zu Recht darauf hingewiesen, dass die Kunstszene in Deutschland -mal eben so- ganz selbstverständlich mit einem mehrmonatigen Berufsverbot belegt wurde, obwohl die Bühnenbetreiber hervorragend durchdachte Hygienekonzepte zum Infektionsschutz erarbeitet und vorgelegt haben. Da scheint befürchtet zu werden, dass Theater und Konzertsäle zu neuen „Superspreader Hotspots“ werden, wie das Kitzloch in Ischgl oder die Schlachtbetriebe Tönnies.

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Eine völlig andere Sicht zu #AllesDichtMachen im Kommentar von Sigrid Schulz
Fotos: Screenshot / Youtube, Instagram / Lauwendlermemes

#AllesDichtMachen: Großkapitalisten bleiben tabu

Andererseits scheint es aber undenkbar, Arbeitgeber zu verpflichten, ihre im Betrieb arbeitenden Angestellten und Arbeiter auch nur zweimal die Woche mit Corona-Schnelltest zu testen. Bei Kosten von knapp 5€ pro Test wäre auch eine tägliche Testung nicht unbezahlbar. Es ist deutlich, dass die Wertschätzung unserer Kulturszene bei den Regierenden eher am Gefrierpunkt angesiedelt ist. Hauptsache das Bruttosozialprodukt der Großkapitalisten von Amazon bis VW wird nicht geschmälert.

Und dass bloß niemand auf die Idee kommt, mit verklärtem Blick an Goethe, Schiller, Beethoven, Brecht, Böll, Einstein, die Frankfurter Nationalversammlung, Bismarcks Sozialgesetzgebung, das Grundgesetz und unser Asylrecht zu denken und zu murmeln: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein!“

Sofort springt in Meck-Pomm eine bildungsferne Glatze mit Springerstiefeln und weißen Schnürsenkeln auf, denkt an die glorreichen tausend Jahre 1933 bis 1945, Herrenrasse und Auschwitz und brüllt: „Ich auch!“

#AllesDichtMachen: Freiheit und Moral

Und ehe man sich’s versieht, landet man im hohen Bogen auf dem Scheiterhaufen der moralinsauren Oberbedenkenträger und wird öffentlich verbrannt, weil man den Neonazis das Wort geredet hat.

Wehe, man gibt dann auch noch zu, als Kind Cowboy und Indianer gespielt und gerne Zigeunerschnitzel gegessen zu haben. Dann sollte man besser nach China oder Myanmar auswandern und sich als Diktaturfreund outen.

Moral ist die Feindin der Freiheit. Helmut Qualtinger sagte: „Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Josef Eduard Kirchner – Foto: privat

Kurzbiographie Dr. Josef Eduard Kirchner

Geboren 1956 in Siegburg, aufgewachsen in Köln-Porz, studierte er Medizin und promovierte an der Universität Bonn. Seine ärztliche Tätigkeit begann er in der Abteilung Psychiatrie der Nervenklinik der Universität zu Köln und wechselte später in die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Kliniken Bonn. Zusätzlich absolvierte er die Fortbildungen zur Psychotherapie und zur Homöopathie. Seit 1994 ist er als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie sowie Homöopathie niedergelassen in Rösrath, in einer Gemeinschaftspraxis mit sozialpsychiatrischem Schwerpunkt.

Seit 1995 ist er Vorsitzender des Berufsverbandes der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und –psychosomatik in Nordrhein. Nebenbei ist er Dozent und Supervisor an mehreren Ausbildungsinstituten für Psychotherapeuten.

Im Mittelpunkt der Behandlung stehen bei ihm nicht allein die Patienten, sondern auch ihr unmittelbares Umfeld und ihre Familien. Dazu gehört auch die Vernetzung mit anderen Bereichen wie Kindergarten, Schule, Ergotherapeuten, Logopäden, Krankengymnasten Psychotherapeuten sowie Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen.

Desweiteren ist Josef Eduard Kirchner Autor:

Kinder, Kinder …! Nicht unsere Kinder sind verrückt, sondern die Welt, in der sie leben

Abortus … unser ungeborener Verwandter

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