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Mark Benecke: Schon 10 nach 12 – Insekten zeigen Klimawandel

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Foto: Instagram / Mark Benecke, radikalklima

Dr. Mark Benecke ist den meisten Menschen eher als Kriminalbiologe bekannt, der fiese Mörder mithilfe von kleinen Krabbeltieren überführt. Im wahren Leben bei der Polizei und im TV bei True-Crime-Serien wie „Medical Detective“ auf VOX hilft Mark Benecke mit seiner Expertise bei der Tätersuche und wissenschaftlichen Einordnung. Am Dienstag hielt Benecke einen Online-Vortrag über den Klimawandel für die Berliner Klimaschützer von „radikal:klima„. In seinem Vortrag ging es um den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Studien zur Klimakrise und zur biologischen Vielfalt. Das Ergebnis ist schockierend, aber Benecke präsentiert auch eine Lösung.

Was Benecke als Entomologe (Insektenforscher) mit dem Klimawandel zu tun hat, wurde bei seinem Vortrag sehr deutlich. Leider auf eine sehr erschreckende Art. Denn es ist schwer zu ertragen, mit welchen Tatsachen Benecke aus diesem Bereich aufwarten muss. Und für die aktuelle Situation der Menschheit und der anderen Lebewesen auf diesem Planeten findet er auch klare Worte:

Wir stecken mitten in der Sche*ße drin.

Dr. Mark Benecke
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Dr. Mark Benecke nach seinem Vortrag für radikal:klima bei einer anschließenden Fragerunde auf Zoom

Die Auswirkungen des Klimawandels seien katastrophal. Benecke zeigte mit einer Grafik welche Städte 2050 unter dem Meeresspiegel liegen werden. Und auf dieser Grafik war im Grunde die komplette Küstenregion rot eingezeichnet. Betroffen seien demnach Städte wie Amsterdam, Rotterdam, Bremen und Hamburg. Ob die Städte dann noch existieren werden, hänge davon, ob die Deiche in den Industrieländern bis dahin noch halten, so Benecke.

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Grafik: http://coastal.climatecentral.org/

Hoffnungen auf immer höhere Deiche sind aus seiner Sicht vergebens, denn die Deiche würden ab irgendeinem Punkt einfach nicht mehr bezahlbar sein, so Benecke. Die erste Deichlinie in den Niederlanden sei schon evakuiert. Wer dort ein Haus besitze, habe Pech gehabt und musste ausziehen.

Doch die Probleme werden noch viel schlimmer werden, sagt Benecke. Die Hitze und der Staub werden demnach das Leben sehr unangenehm machen. Ein großes Problem werde der Wassermangel sein, weil zusätzlich auch noch das Süßwasser versalze.

Dr. Mark Benecke: 75 Prozent der Insekten ausgestorben

Für Dr. Mark Benecke ist die Erde der Planet der Insekten, Spinnen und Milben, keineswegs der Planet der Bäume oder gar Menschen. Das würde auch jeder Alien so sehen, wenn der die Erde von außen betrachten würde, sagt Benecke:

In jedem Löffelchen Erdreich sind mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde leben.

Dr. Mark Benecke

Und das sei belegbar, seit vielen Tausenden von Jahren. Denn Überreste würden die Wissenschaftler überall finden. Ob in Fossilien oder in alten ägyptischen Mumien. Es sei auch ein Fakt, dass aktuell die größte Trockenheit seit 2000 Jahren herrsche. Gerne werde gesagt, dass es fünf vor zwölf sei, um die Erde zu retten. Für Benecke ist es leider schon viel später:

Und ich kann euch sagen, aus biologischer Sicht ist es ungefähr zehn nach zwölf.

Dr. Mark Benecke
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Foto: Instagram / Mark Benecke

Denn es gebe leider gesicherte Erkenntnisse über ein schreckliches Phänomen:

In den letzten 27 Jahren sind 75 Prozent der Insekten verschwunden.

Dr. Mark Benecke

Ein wichtiger Grund für das massenhafte Aussterben der Insekten sei die intensive Landwirtschaft. Für Mark Benecke ist es gar keine Frage, dass es bald auch in Deutschland (wie jetzt schon in China) den verzweifelten Versuch geben werde, die Pflanzen mit der Hand zu bestäuben.

Mark Benecke: So können wir uns retten

Und an diesem Punkt kommt Mark Benecke auch auf die so dringend notwendige Lösung. Da sieht Benecke nur eine Möglichkeit, die schnell genug umsetzbar sei, um ein komplettes Umkippen zu verhindern. Und das sei vegane Ernährung. Vegane Ernährung würde 90 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen und 75 Prozent des Wasserverbrauchs einsparen. Denn diese Menge an Ressourcen gehe verloren, wenn Menschen erst Tiere halten und füttern, um sie dann zu essen, mahnt Benecke.

Für Benecke ist das als Schnellmaßnahme alternativlos, da andere Lösungen erst in Jahrzehnten greifen. Im Moment treibe der Planet auf einen Punkt zu, der das Ende menschlicher Hochkulturen und den Tod vieler anderer Lebewesen zur Folge haben werde, was folgende Grafik zeige:

beneckeKipppunkt
Grafik: https://www.pnas.org/content/115/33/8252 Steffen et al.


Es gebe keine Möglichkeit mehr, in den blauen Bereich zu kommen. Der Zug sei abgefahren, die Erde rolle schon runter in das unstabile System. Es gebe inzwischen nur noch die Möglichkeit zu verhindern, dass die Erde nicht den Kipp-Punkt (Planetary threshold) erreiche, bei dem sie zur sogenannten „Hothouse Earth“ werde. Dann werde die Erde zu einem riesigen Treibhaus. Jetzt sei es noch eine kurze Zeit möglich, die Erde zu stabilisieren. Zu warm, aber immerhin noch als einen Lebensraum. Und jetzt müsse jeder sofort sein eigenes Verhalten ändern, um die eigene Haut zu retten:

Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum jetzt noch jemand Eier und Milch benutzt.

Das ist super mega psycho!

Mark Benecke

Der gesamte hochinteressante und kurzweilige Vortrag von Dr. Mark Benecke ist auf dem Youtube-Kanal von „radikal:klima“ zu sehen:

Kommentar der Autorin Sigrid Schulz

Ein Grund dafür, dass viele Menschen so „super mega psycho“ sind und immer noch auf tierischen Nahrungsmitteln bestehen, dürfte in einem uralten Programm der Arterhaltung liegen. Und dieses Programm sagt keineswegs, dass Fleisch und tierische Produkte unbedingt gegessen werden müssen, sondern dass das gegessen werden soll, was bekannt ist.

Natürlich war es für einen Urmenschen extrem ungesund, wenn er alles gegessen hätte, was gerade vor seiner Nase war. Da wäre dann schnell etwas Giftiges dabei.

Deshalb ist es ein Grundbedürfnis das zu essen, was bekannt ist. Aber jeder Mensch weiß doch auch, wenn er im Urlaub auf eine fremde Küche trifft, dann ist das erst komisch und beunruhigend und gar nicht so toll. Aber nach zwei oder drei Wochen, wird genau dieses Essen dann schmerzlich vermisst.

Ein weiteres und ebenso kleines Hindernis ist, dass der Körper erst lernen muss, welche Inhaltsstoffe in den neuen veganen Lebensmitteln enthalten sind. Ich nehme jetzt mal das Beispiel Eiweiß, wobei das wirklich überhaupt kein Problem in der veganen Ernährung darstellt. Der Körper eines Fleischessers, der gerade Eiweiß braucht, lässt in dem Menschen Appetit auf Fleisch entstehen. Der Körper eines Veganers sorgt für Appetit auf Nüsse, Lupinen oder Nudeln aus roten Linsen.

Das Einzige, was Veganer zuführen müssen ist Vitamin B 12. Das ist aber besser, als das B 12 über Tiere aufzunehmen, denn das muss bei den meisten Tieren ebenfalls zugefüttert werden. Zum Beispiel, weil sie mit Antibiotika so zugeballert werden, dass sie es über ihren eigenen Darm nicht mehr aufnehmen können. Und manche Tiere erhalten das zugeführte B 12 dann am besten noch über andere Tiere, zum Beispiel in Form von Fischmehl. An diesem Wahnsinn setzt doch der Verstand aus.

Liebe Leser, ich gebe euch mein Ehrenwort. Die Umstellung ist kinderleicht und kein Verzicht, sondern eine große und abenteuerliche Erweiterung der kulinarischen Genüsse. Das ist mit einem Nikotin- oder Alkoholentzug nicht zu vergleichen. Überhaupt nicht! Es ist nur eine Umgewöhnung, die euer Leben und das eurer Kinder rettet.

Was gibt es da noch zu überlegen?

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