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Oliver Pocher: Leider eher Hetze statt echtes Engagement

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Foto: Instagram / Oliver Pocher

Ein Kommentar von Sigrid Schulz

Oliver Pocher spaltet mit seiner Bildschirmkontrolle seit einem Jahr die Geister. Zunächst hört sich nicht nur vieles vernünftig an, es ist auch so. Pocher hat völlig recht, wenn er zum Beispiel die überteuerten Produkte auf Instagram kritisiert. Wenn er an den Pranger stellt, dass Influencer behaupten, sie hätten diese Produkte getestet und seien völlig von ihnen überzeugt, selbst wenn das völlig absurd ist.

Wer von Pocher kritisiert wird, muss in der Regel einen gewaltigen Shitstorm über sich ergehen lassen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, haben die betroffenen Influencer de facto nicht. Auch wenn die Konsequenzen für sie oft gravierend, teilweise lebensverändernd sind. Oliver Pocher beruft sich auf seine künstlerische Freiheit, die in Deutschland berechtigtermaßen sehr weit gefasst ist.

Und natürlich hält sich das Mitleid in Grenzen, wenn davon Menschen betroffen sind, die auf Kosten der Sympathie ihrer Follower ein Luxusleben führen. Influencer, die gerade denen, die ihnen soviel Zuneigung und Vertrauen entgegen bringen, fast immer überteuerte und dazu teilweise sogar nutzlose oder sogar schädliche Produkte aufschwatzen.

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Foto: Instagram / Oliver Pocher

Oliver Pocher trifft oft den Nagel auf den Kopf. Natürlich ist es richtig, dass mitten in einer Pandemie Schneebilder unpassend sind, wenn die Hotspots dafür gerade sowieso überlastet sind. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass die Corona-Pandemie durch Reisen befeuert wird. Das wird jeder seriöse Wissenschaftler bestätigen.

Deswegen klingt es ja auch so berechtigt und ist es ja auch so lustig, wenn Oliver Pocher Influencer wegen ihren Reisen angreift. Wohl wissend, dass diese Influencer einen riesigen Shitstorm durch seine rund zwei Millionen Follower über sich ergehen lassen müssen. Aber die sind ja auch selbst schuld und einfach zu selbstsüchtig oder?

Oliver Pocher: Vor der eigenen Haustüre wird nicht gekehrt

Bei all den positiven Aspekten der Arbeit von Oliver Pocher, bekommt seine Fassade ganz unschöne Risse, wenn auf sein eigenes Verhalten geschaut wird.

Wieso greift Oliver Pocher „kleine“ Influencer (mit ein paar zigtausend oder hunderttausend Followern) an, die zwei Wochen in Dubai verbringen, wenn der ganz große Fisch doch mit ihm bei ein und demselben Sender arbeitet? Dieter Bohlen reiste auf den Malediven fast zwei Monate von einer Insel zur nächsten. Genau in der Zeit, als viele Influencer bei Pochers Bildschirmkontrolle wegen ihrer Reisetätigkeit quasi geschlachtet wurden.

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Foto: Instagram / Dieter Bohlen

Dieser erste Urlaubs-Post von Dieter war vom 23. Dezember 2020. Am 14. Februar 2021 teilte Dieter Bohlen dann auf Instagram mit, dass er wieder in Deutschland sei. Warum hat Pocher den Mega-Influencer Bohlen (1,5 Millionen Follower) nicht „ausgezeichnet“? Vielleicht weil der, wie Pocher, bei RTL arbeitet? Bohlen hatte sich die Bratpfanne doch ganz klar wesentlich mehr verdient als alle anderen.

Doch es kommt noch schlimmer. RTL, der Haussender von Oliver Pocher macht mitten in der Pandemie Lust auf Reisen in seinen Magazinen. Zum Beispiel für Kreuzfahrten, die ganz besonders problematisch sind. Am Sonntag, 28. Februar, einen Tag vor der Verleihung der „Bratpfanne des Monats“ (Pocher bezeichnet andere Influencer gerne als Bratpfannen) wurden den Zuschauern in dem RTL-Magazin „Explosiv“ Reisen nach Kuba und Mexiko schmackhaft gemacht.

Wieso ging da nicht die Bratpfanne an die Redaktionsleitung von Explosiv? Wieso hat Oliver nicht im Rahmen seiner künstlerischen Freiheit gefragt, ob es in der Redaktion vielleicht an Intelligenz fehlt? Ob RTL Geld für solche Beiträge von der Reisebranche erhält? Ob Quote alles ist? Oder ob vielleicht sogar alle drei Punkte gleichzeitig zutreffen?

Zu alledem ist eine Presseanfrage am 2. März an das Management von Oliver Pocher rausgegangen und bis zum Erscheinen dieses Artikels nicht beantwortet worden.

Fazit zum Thema Oliver Pocher:

Oliver Pocher engagiert sich für die gute Sache scheinbar nur solange, bis es an das eigene Portemonnaie gehen könnte. Ab da ist dann aber Schluss. Unter diesem Aspekt ist seine Bildschirmkontrolle aber leider nicht ernst zu nehmen.

Es ist völlig unglaubwürdig, wenn Oliver Pocher anderen vorwirft, ihre Moral zu verkaufen, um Geld zu verdienen, wenn er es selbst ganz genauso macht. Schade!

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