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Biobauer verklagt Volkswagen – David gegen Goliath

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David gegen Goliath. Biobauer Ulf Allhoff-Cramer hat die VW AG verklagt - Foto: Greenpeace

Aber: Der Bauer hat Greenpeace auf seiner Seite – Warum die weltweiten Klagen für mehr Umweltschutz so wichtig sind

In der juristischen Auseinandersetzung zwischen Greenpeace und Volkswagen für mehr Klimaschutz steht diesen Monat die erste Verhandlung an: Die von Greenpeace unterstützte Klage eines Bio-Landwirts gegen die VW AG wird am 20. Mai von der 1. Zivilkammer am Landgericht Detmold öffentlich verhandelt.

Zum Auftakt wird eine erste inhaltliche Auseinandersetzung zwischen den Parteien erwartet:

Der Kläger macht geltend, dass VW als zweitgrößter Autobauer der Welt mitverantwortlich ist für erhebliche Schäden an seinem Hof im Kreis Lippe und dem zugehörigen Wald. Auch verstärkt VW durch den millionenfachen Verkauf klimaschädlicher Autos die Klimakrise und verursacht so künftige Einbußen. Seine Anwältin Roda Verheyen sagt:

„Ein Konzern mit einem so gigantischen CO2-Ausstoß wie VW ist mitverantwortlich für die Schäden der Klimakrise. Volkswagen hat eine globale Verantwortung für den Schutz des Klimas. Der Konzern muss den Ausstoß an Treibhausgasen deutlich schneller senken, als bislang geplant. Sonst schadet er anderen und verhält sich damit rechtswidrig.“

Roda Verheyen
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Ulf Allhoff-Cramer auf seinem Hof bei Detmold in Nord-Rhein Westfalen. Foto: Greenpeace

Biobauer gegen Volkswagen: VW soll bis 2030 aussteigen

Neben dem Detmolder Bio-Landwirt hatten die Klima-Aktivistin Clara Mayer und die Greenpeace Geschäftsführer Roland Hipp und Martin Kaiser im November 2021 am Landgericht Braunschweig gegen Volkswagen geklagt.

Während das Braunschweiger Gericht, laut Greenpeace, noch auf eine schriftliche Stellungnahme von VW wartet, wird in Detmold bereits verhandelt:

Auf dem Spiel steht die Zukunft eines Betriebes mit Ackerbau, Mutterkuhhaltung und Wald, in denen Dürren und Starkregen schon beträchtliche Schäden verursacht haben. Alle vier Kläger:innen fordern VW auf, spätestens im Jahr 2030 aus der Produktion klimaschädlicher Verbrenner weltweit auszusteigen.

In ihrem Gang vor Gericht stützen sie sich auf Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) und der Internationalen Energieagentur (IEA) aus denen sich Enddaten für neue Verbrennungsmotoren und fossile Brennstoffe ableiten.

Nicht nur Volkswagen: Weltweiter juristischer Kampf für mehr Klimaschutz 

Im Verfahren des Detmolder Bio-Landwirtes argumentiert Verheyen ähnlich wie im Falle eines peruanischen Bauern, dessen Eigentumsrechte sie gegen den Essener Energiekonzern RWE vor dem Oberlandesgericht Hamm vertritt. Weltweit geben immer mehr Gerichte Klimaschutz-Klagen statt: Nicht nur das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sieht Freiheits- und Eigentumsrechte durch die Klimakrise gefährdet, sondern auch Gerichte in den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

Wer helfen möchte:

Hier geht es zu einer Greenpeace-Petition gegen das Waldsterben, denn mindestens 15 Prozent der Wälder in Deutschland müssen unbedingt unter gesetzlichen Schutz gestellt werden:

Infos und/oder Teilnahme

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