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Tierschützerinnen von Eseltreibern angegriffen: Bedroht & ins Gesicht geschlagen

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Bei einer Aktion gegen das Leid der Esel auf Santorini wurde eine PETA-Aktivistin von einem Eseltreiber geschlagen / © PETA Deutschland e.V.

PETA-Tierschützerinnen wollten auf Santorini mit Roboterbeinen gegen qualvolle Eselritte demonstrieren

Aggression statt Einsicht: Am Freitagvormittag wurden drei PETA-Aktivistinnen auf der Karavolades-Treppe auf der griechischen Insel Santorini von mehreren Eseltreibern angegriffen. Die Tierschützerinnen bereiteten sich gerade für eine Aktion vor, mit der sie auf das Leid der Tiere aufmerksam machen wolten, und filmten sich und die Umgebung. Die Männer zerstörten ihre Protestschilder und wollten sie von weiteren Aufnahmen abhalten. Sie packten die jungen Frauen grob, beleidigten sie und drängten sie die Treppe hinunter. Zeitweise drückten sie sie dabei gegen eine Mauer. Einer von ihnen schlug eine der jungen Frauen ins Gesicht.

Die Tierschützerinnen wollten eigentlich ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Eseln als „Touristentaxis“ setzen. Auf Santorini werden Esel bei sengender Hitze dazu gezwungen, Reisende die 500 Stufen vom Hafen von Firá hinauf zur Stadt zu schleppen. Die PETA-Aktivistinnen hatten vor, den Menschen vor Ort mit Roboterbeinen – sogenannten Exoskeletten – zu zeigen, wie man die Treppe auf innovative und tierfreundliche Art problemlos erklimmen kann. PETA appelliert unermüdlich an die Gemeinde und die griechische Regierung, die „Eseltaxis“ zu verbieten. In einem Schreiben an den Bürgermeister sowie den Präsidenten der Hafenbehörde der Gemeinde von Firá hat die Organisation angeboten, die Anschaffung solcher Exoskelette für den Treppenaufstieg finanziell zu unterstützen, sollten die Eselritte eingestellt werden.

Gegen die gewalttätigen Eseltreiber, die die Tierschützerinnen angegriffen haben, wird PETA Strafanzeige erstatten. Die Organisation bittet Touristen und Einheimische, die den Tathergang beobachtet haben, sich per E-Mail an whistleblower@peta.de zu wenden.

„Die als ‚Touristentaxis‘ missbrauchten Esel und Maultiere fristen auf Santorini noch immer ein Leben voller Schmerzen und Leid. Die gewaltvolle Reaktion der Eselhalter auf friedliche Tierschützerinnen ist bezeichnend“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie. „Mit modernen Alternativen wie den Roboterbeinen und PETAs Angebot, die ersten Geräte zu finanzieren, könnte Santorini eine Vorbildfunktion gegen die Ausbeutung von Tieren im Tourismus einnehmen. Wir appellieren an die Verantwortlichen, diese Chance zu ergreifen. Nur ein längst überfälliges Verbot aller Esel- und Maultierritte auf Santorini kann das Leid der Tiere beenden.“

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Foto: PETA Deutschland e.V.

Ein chinesisches Pilotprojekt hat bereits gezeigt, dass die Technologie auch im Tourismus eingesetzt werden kann: Gegen eine Gebühr konnten Reisende Exoskelette ausleihen, um den Aufstieg auf den Berg Tai mit seinen mehr als 7.000 Stufen zu erleichtern. [1]

Esel und Maultiere müssen Touristen in oft sengender Hitze 500 Stufen hinauftragen

Esel und Maultiere werden auf der Insel dazu gezwungen, Touristen die mehr als 500 Stufen zur Altstadt von Firá hinaufzutragen, obwohl in der Nähe seit Jahrzehnten eine Seilbahn in Betrieb ist. PETA veröffentlicht bereits seit 2018 immer wieder Augenzeugenberichte und Fotos, die Tiere mit schmerzhaften Abschürfungen und Wunden zeigen – verursacht durch schlecht sitzende und abgenutzte Sättel oder provisorische Sattelgurte. Auch das Zaumzeug der Tiere ist oftmals ungeeignet. Manche Esel und Maultiere weisen mit Fliegen übersäte Wunden auf. Während die sensiblen Lebewesen gezwungen werden, in der Mittelmeersonne auszuharren und auf die nächste Tour zu warten, stellen ihnen die Treiber oftmals nicht einmal essenzielle Dinge wie Wasser, Schatten oder einen Witterungsschutz zur Verfügung. Außerdem stolpern viele Tiere auf den Stufen – oft, nachdem sie mit einem Stock geschlagen wurden –, eine Gefahr für sie selbst sowie alle beteiligten Menschen. Die tierschutzwidrigen Zustände sind seit 2018 wiederholt dokumentiert und 2022 gutachterlich bestätigt worden. 2023 hat PETA zusammen mit der griechischen Organisation Ippothesis – Panhellenic Equine Welfare Society Strafanzeige sowohl gegen die Tierhalter und Eseltreiber als auch gegen die lokalen Behörden erstattet. Trotz zahlreicher Hinweise auf systematische Tierquälerei wurde das Verfahren inzwischen eingestellt. Lediglich gegen einen Tierhalter wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

PETA fordert Verbot aller Esel- und Maultierritte 

Keine der von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der Tiere wird ausreichend überwacht oder durchgesetzt, und Fehlverhalten wird nur selten geahndet. Deshalb fordert PETA ein Verbot touristischer Ritte auf Santorini. Die verbleibenden etwa 100 Esel und Maultiere sollen an sichere Orte wie geeignete Auffangstationen übergeben werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

[1] Jiang, Joyce for CNN travel: Robotic exoskeletons help Chinese tourists climb the country’s most punishing mountain. Online abrufbar unter: https://edition.cnn.com/travel/robotic-exoskeleton-hiking-china-intl-hnk/index.html (27.08.2026).

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Foto: PETA Deutschland e.V.
Weitere Informationen:
PETA.de/Santorini
PETA.de/Santorini-Esel-Petition

PETA Deutschland e.V. ist mit über 1,5 Millionen Unterstützenden die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Stoppt Tierquälerei!

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