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Aktionsplan für Ausstieg aus Tierversuchen in der Pharmaindustrie

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Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Pharmaunternehmen und Tierschutzorganisationen veröffentlichen gemeinsamen Ausstiegsplan

Ein neuer Aktionsplan zum Ausstieg aus Tierversuchen wurde von Eurogroup for Animals, der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) sowie den Pharmaunternehmen Novo Nordisk und Merck vorgestellt. Der Plan zeigt, wie einzelne Unternehmen den Übergang zu tierversuchsfreien Methoden konkret vorantreiben können – durch klare Bekenntnis zum Ausstieg, definierte Ziele, mehr Transparenz und stärkere Kooperation innerhalb der Branche. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche – Mitglied in der Eurogroup for Animals – begrüßt den Plan und drängt darauf, die Maßnahmen im Sinne eines schnellstmöglichen Ausstiegs aus dem Tierversuch entschlossen in die Tat umzusetzen.

Der Aktionsplan richtet sich direkt an Pharmaunternehmen und beschreibt konkrete Schritte, um den Ausstieg aus Tierversuchen strategisch umzusetzen. Unternehmen sollen das Ziel eines Ausstiegs öffentlich benennen, interne Maßnahmenpläne entwickeln und diese aktiv kommunizieren. Zudem fordert das Papier, Fortschritte sichtbar zu machen und innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen.

Beispiele aus der Branche zeigen bereits konkrete Ansätze: So kündigte Merck 2021 an, den Einsatz von Tieren bis 2040 um 75 % zu senken und Sanofi macht sich zum Ziel, den Tierverbrauch innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent zu reduzieren, jeweils unter Einbezug externer Partner.

Der Aktionsplan hebt zudem die Bedeutung einer umfassenden Analyse der bestehenden Möglichkeiten, Herausforderungen und Lücken tierversuchsfreier Methoden hervor, um Fortschritte gezielt voranzutreiben. Ebenso entscheidend sind die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Unternehmen, Forschenden und Behörden sowie zwischen Entwicklern neuer tierversuchsfreier Methoden, deren industriellen Anwendern und regulatorischen Stellen, um humanrelevante Verfahren schneller in die Praxis zu überführen und ihre Anerkennung zu fördern.

Zudem sollen Daten besser zugänglich gemacht werden, ohne geistige Eigentumsrechte zu verletzen, etwa durch sichere Austauschformate und internationale Plattformen. Unternehmen sollen Fallbeispiele veröffentlichen, die Nutzen, Herausforderungen und Anwendungsbreite, tierversuchsfreier Methoden aufzeigen. Auch der Ausbau von Infrastruktur, die Verbreitung von Fachwissen durch regelmäßige Schulungen sowie gezielte finanzielle Förderung sollen die Entwicklung beschleunigen.

„Der Aktionsplan zeigt, dass der Ausstieg aus Tierversuchen umsetzbar und planbar ist. Jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmen klare Ziele setzen und diese auch umsetzen“, sagt Dr. Leah Haut, wissenschaftliche Referentin von Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Der Verein fordert, dass Pharmaunternehmen die vorgeschlagenen Maßnahmen umgehend konsequent anwenden und den zeitnahen Ausstieg aus Tierversuchen als verbindliches Ziel festschreiben. Zudem müssen Politik und Behörden den Einsatz moderner, humanbasierter Methoden aktiv fördern und regulatorische Hürden abbauen.

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Foto/Logo: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Quelle

Walder L. Action plan to accelerate the transition to non-animal science in the pharmaceutical sector. Eurogroup for Animals, RSPCA, Novo Nordisk, Merck, Februar 2026 >>

Ärzte gegen Tierversuche e.V.

www.aerzte-gegen-tierversuche.de

„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

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